Mach dein Handy nicht zur Waffe
von Helena Amann
Ein besonderer und zugleich nachdenklich stimmender Vormittag erwartete die Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen, als ein Richter vom Amtsgericht Neuburg, Herr Schalk, unsere Schule besuchte. In einer eindrucksvollen Veranstaltung machte er deutlich, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist – und dass Fehlverhalten dort ebenso Konsequenzen hat wie in der „echten“ Welt.
Zu Beginn bezog Herr Schalk die Jugendlichen aktiv ein: Viele meldeten sich auf die Frage, wer bereits Beleidigungen im Internet erlebt habe. Auch das unerwünschte Verschicken oder Erhalten von Fotos war zahlreichen Schülerinnen und Schülern nicht unbekannt. Anhand dieser persönlichen Erfahrungen gelang ein direkter Einstieg in die Thematik. Anschaulich erklärte der Richter, dass solche Handlungen strafrechtlich verfolgt werden können – unabhängig davon, ob sie online oder offline geschehen.
Besonders eindrücklich war die Präsentation einer echten Anklageschrift, die den Jugendlichen vor Augen führte, welche konkreten Folgen scheinbar „harmlose“ Nachrichten haben können. Dabei wurde auch deutlich, warum Hemmschwellen im Internet oft niedriger sind: Wer sein Gegenüber nicht sieht, unterschätzt schnell die Wirkung der eigenen Worte. Mit dem Leitsatz „Das Netz vergisst nichts“ verdeutlichte der Referent zudem, wie dauerhaft digitale Spuren sind.
Auch rechtliche Aspekte wurden altersgerecht erläutert: Kinder unter 14 Jahren sind zwar strafunmündig, dennoch können beispielsweise das Jugendamt eingeschaltet und Maßnahmen ergriffen werden. Für Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren reichen die Konsequenzen von Arbeitsauflagen bis hin zu Jugendarrest, während bei Heranwachsenden häufig noch das Jugendstrafrecht Anwendung findet.
Neben klassischen Themen wie Cybermobbing griff Herr Schalk auch aktuelle Phänomene wie sogenannte „Ship-Accounts“ auf und erklärte deren rechtliche Problematik. Nach der informativen Präsentation hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich weitergehend zu informieren.
Die Veranstaltung endete mit einer klaren Botschaft, die viele zum Nachdenken brachte: Was man selbst nicht im Internet erleben möchte, sollte man auch anderen nicht antun. Mit diesem Bewusstsein gingen die Jugendlichen aus der Veranstaltung – und hoffentlich mit einem geschärften Blick für einen respektvollen und verantwortungsvollen Umgang im Netz.
Bildquelle: https://ki.alp.dillingen.de/bildgenerator abgerufen am 13.07.2026